| Der Tod ist gütig.
Diese These stellt Gudrun Orlet in ihrem Buch "Die Wurzeln beginnen zu blühen" auf. Dadurch verleiht sie mit ihrer "zeitgemässen Auseinandersetzung mit dem Tod" diesem ein neues Gesicht, indem sie das Sterben als dynamisches Geschehen beschreiben, welches die Sterbenden und die Hinterbliebenen gleichermassen betrifft.
Die Autorin orientiert sich bei ihren Ausführungen zum Tod und zum Sterben an praktischen Erfahrungen. Sie wagt es, dieses Thema ausführlich und offen zu behandeln und tut dies mit einem Höchstmass an Legitimation und Kompetenz.
Gudrun Orlet befasst sich nicht nur mit dem Tod als Lebenspartner, sie versucht nicht nur sein Wesen zu ergründen und dieses im gesellschaftlichen und kulturellen Kontext aufzuzeigen, sondern sie definiert die Zeit des Sterbens als eine eigenständige, besonders intensive Lebens- und vor allem auch Entwicklungszeit, die eigenen Gesetzen und Spielregeln folgt.
Ausserdem widmet sie einen breiten Raum den Hinterbliebenen und den "Nachwehen", welche diese nach dem Verlust eines nahestehenden, geliebten Menschen zu erleiden haben. Die Autorin versteht diese Zeit als eine Zeit der Entwicklungsaufgaben und der wahrhaften Biographiearbeit bis hin zum Wiedererlangen der eigenen Autonomie. Dabei bezieht sie sich mit schonungsloser Offenheit auch auf das Reale, das eigen Erlebte.
Das ist, wie Dr. med. Volker zur Linden in seinem Vorwort zu "Die Wurzeln beginnen zu blühen" treffend erwähnt, "bewundernswert und überzeugt durch seine Unmittelbarkeit."
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Gudrun Orlet, 1966 im Ahorntal (Deutschland) geboren, lebt und arbeitet in Zürich. Bereits 1991 erhielt sie den Literaturpreis junger Autoren in Nürnberg. Sie arbeitet immer wieder an gemeinsamen Projekten mit dem Prager Komponisten Roman Novak. So wurden ihre Gedichte vertont und 2005 am Ständetheater in Prag in Form einer Oper uraufgeführt.
Bereits erschienen sind von Gudrun Orlet "Verdichtungen" – ein poetischer Kunstkatalog und "Ohne Tag und ohne Nacht" - erotische Liebeslyrik.
Seit 1999 arbeitet Gudrun Orlet als freie Sterbe- und Hinterbliebenenbegleiterin, freie Lehrbeauftragte und Referentin im Rahmen von Ausbildungen, Weiterbildungen und Tagungen.
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